Ist Knoblauch wirklich so gesund wie viele behaupten?

Knoblauch würzt und riecht und soll nach Aussage vieler Presseartikel für die Gesundheit gut sein. Zum Beispiel soll Knoblauch den Blutdruck regulieren, das Blut dünnflüssiger machen und Entzündungen vorbeugen. Und das nicht erst seit heute: Im Mittelalter wurden sogar Bisswunden von Hunden, Haarausfall und Zahnschmerzen mit Knoblauch behandelt.

Verständlich also, dass die Pharmaindustrie heute das alles für sich entdeckt hat und seit langem Knoblauchpillen herstellt und teuer vertreibt. Und das obwohl wir nicht mehr im Mittelalter sind und die gesundheitsfördernde Wirkung von Knoblauch wissenschaftlich nicht bewiesen ist.
Tatsache ist: Knoblauch enthält den Stoff Allicin. Der riecht zwar sehr stark, kann aber tatsächlich Pilze und Bakterien vernichten, zumindest bei Pflanzen. Ob das bei Menschen genauso gut funktioniert, ist nicht genau untersucht, aber eher unwahrscheinlich.

Eine weitere positive Eigenschaft von Knoblauch soll die Senkung des Cholesterinspiegels sein. Und tatsächlich gibt es auch wissenschaftliche Studien die das bestätigen. Doch da ist es wieder, das Problem mit der Statistik: Es gibt eben auch Studien, die das Gegenteil sagen.
Zuletzt hat man die Cholesterinsenkende Wirkung von Knoblauch an einer größeren Gruppe von Menschen mit erhöhtem Cholesterin ein halbes Jahr lang getestet. Das Ergebnis: Weder roh noch in Pillenform hatte Knoblauch einen Effekt auf den Cholesterinwert der Kandidaten.

Knoblauch gilt übrigens als so genannter Zweikomponenten-Stinker. Das bedeutet: Er stinkt nur, wenn man beim Schneiden die feinen Zellhäute der einzelnen Knoblauchzellen beschädigt. Das ändert jedoch nichts daran, dass man nach Knoblauch duftet, wenn man ihn gegessen hat.

Der Knoblauchduft kommt dabei übrigens nicht aus dem Magen, wie viele denken, sondern wird über die Lungenbläschen an die Atemluft abgegeben. Der medizinische Fachbegriff dafür ist Halitosis.

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