Das erste Getreide der Welt

Gerste ist schon 17 Tausend Jahre alt, mit ihr begann der Ackerbau. Im kaiserlichen China zählte sie einst zu den 5 heiligsten Pflanzen, im alten Griechenland war sie der Erdgöttin Demeter geweiht und Platon träumte von einem Staat mit Menschen, die sich hauptsächlich von Gerste ernährten. Denn dieses Getreide galt von altersher als Kraftnahrung, bis es für viele Jahre fast völlig aus der Küche verschwand.

Gerste ist reich an Vitamin A,B1,B2,B6,E und Niacin. Sie versorgt den Körper mit Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Fluor, Jod und vielen anderen Mineralstoffen. Der hohe Gehalt an Kieselsäure tut Haut, Haaren, Sinnesorganen und dem Bindegewebe gut. Wenn Kinder viel Gerste essen, beugt dies Haltungsschäden und Bandscheibenverschleißerscheinungen vor. Und Gerste ist so leicht verdaulich, das sie auch von Kranken gut vertragen wird. 100g Gerste enthalten 10g Eiweiß und 346 Kalorien.

Gerstenkörner sitzen in dicht behaarten Ähren und sind mit Spelze umgeben. Wenn sie entfernt ist, haben wir es mit Nackt- oder Sprießkorngerste zu tun. Man kann die Körner in zwei Tagen zum Keimen bringen. Dabei entsteht Malz, es macht die Gerste mildsüß und schmackhaft für Müsli und Salate. Körner zum Kochen je 1 Stunde einweichen und garen, dann wie Reis servieren. Auch in Frikadellen oder Pfannkuchen verwandeln und Sirup, Saucen und Eintöpfe damit zubereiten. Gerste schmeckt in süßen und herzhaften Speisen. Durch Walzen entstehen aus Gerste Flocken, durch Schneiden Grütze. Beide haben eine kürzere Garzeit, aber auch Lagerzeit. Graupen sind weniger wertvoll, weil beim Polieren die Keime entfernt wurden. Gerstenmehl macht Süßspeisen cremig und neutralisiert Säure, es harmoniert deshalb gut mit Früchten. Es eignet sich nur mit anderem Mehl gemischt zum Backen, da es wenig bindendes Klebereiweiß enthält. Allein taugt es nur für Fladenbrote.

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